Kreuzbund hat ein neues Heim
WAZ Bottrop, 18.06.2009, Christoph Dittmann
Für Abhängige und deren Angehörige gibt es ab sofort eine neue Anlaufstelle: An der Gerichtsstraße weihte der Kreuzbund in Bottrop jetzt seine neue Geschäftsstelle ein.
Menschen mit Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenproblemen steht ab sofort eine neue Anlaufstelle zur Verfügung: Der Kreuzbund im Stadtverband Bottrop hat seit gestern eine eigene Geschäftsstelle. Mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr haben Betroffene die Möglichkeit, die neuen Räume an der Gerichtsstraße 3 aufzusuchen.
An sonsten sollen von hier aus vor allem die gut ein Dutzend Selbsthilfegruppen organisiert werden. "Bislang hatten wir alle Akten zuhause", sagt Stadtverbandssprecher Gerhard Löbert. Mittlerweile betreut der Kreuzbund in Bottrop aber über 200 Betroffene; eine Zentrale wurde daher notwendig. Löbert: "Auch die Treffen der Gruppenleiter werden hier stattfinden." Zudem könne man die Räume des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im gleichen Gebäude nutzen.
Der Kreuzbund, ein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes, leistet Hilfe zur Selbsthilfe. Angesprochen sind dabei nicht nur die Abhängigen selbst, sondern auch deren Angehörige. Das typische Merkmal der so genannten Co-Abhängigen: Sie machen sich die Probleme der Suchtkranken zu Eigen und versuchen, diese stellvertretend für die Betroffenen zu lösen.
Gerhard Löbert formuliert das mittelfristige Ziel des Kreuzbundes in Bottrop:" Wir wollen an Jugendliche herankommen." Eine nicht gerade leichte Aufgabe, weiß Löbert. Denn die Jugendlichen hätten noch nicht das Bewusstsein, dass Alkohol wirklich ein Problem sei. Sein Konzept:" Wir müssen noch intensiver die Sprache der Jugendlichen sprechen." Zudem wolle man versuchen, in die Schulen zu gehen.
Bürgermeisterin Monika Budke wies in ihrem Grußwort auf die Bedeutung der öffentlichen Wirkung des Kreuzbundes hin: "Wir müssen ein Bewusstsein für einen verantwortungsbewussten Alkoholkonsum schaffen."
Kontakt zum Kreuzbund in Bottrop: Tel. 372 94 86